Die Zertifizierungsstelle der TÜg GmbH (weiter genannt: ZS) verpflichtet sich in Ihrer Politik zur Unparteilichkeit in seinem gesamten Handeln für Zertifizierungstätigkeiten.

Die Durchführung von Zertifizierungstätigkeiten erfolgt unparteilich. Die ZS ist verantwortlich für die Unparteilichkeit ihrer Zertifizierungstätigkeiten.

 

Die Bedeutung der Unparteilichkeit bei der Durchführung ihrer Zertifizierungstätigkeiten von Managementsystemen ist der ZS bewusst und verstanden. Die ZS handhabt Interessenkonflikte und stellt die Objektivität in seinem gesamten Handeln sicher.

Unparteilichkeit wird als das Vorhandensein von Objektivität verstanden. Das bedeutet, dass Interessenkonflikte nicht bestehen oder beigelegt wurden, um alle Tätigkeiten der ZS nicht nachteilig zu beeinflussen.

 

Die ZS identifiziert sich mit folgenden vertrauensbildenden Prinzipien:

  • Unparteilichkeit
  • Kompetenz
  • Verantwortung
  • Offenheit
  • Vertrauen
  • Umgang mit Beschwerden
  • risikobasierter Ansatz

 

Um Vertrauen in Zertifizierung zu erzielen, will die ZS unparteilich sein und als unparteilich empfunden werden. Dazu ist das interne und externe Personal der ZS die Notwendigkeit zur Politik der Unparteilichkeit informiert, diesem bewusst, von diesem verstanden und dieses zum unparteilichen Handeln verpflichtet, sofern eine Gefährdung der Unparteilichkeit bekannt wird. Gefährdungen bzw. Interessenkonflikte werden vom internen und externen Personal gegenüber der ZS sofort zur Anzeige gebracht.

 

Die ZS erkennt an, dass die Einnahmequelle die Bezahlung von Zertifizierungen durch ihre Kunden ist und damit eine potentielle Gefährdung für die Unparteilichkeit gegeben ist.

 

Gefährdungen für die Unparteilichkeit können Folgendes umfassen, sind aber nicht darauf beschränkt:

 

  1. Eigennutz: Interne und externe Personal der ZS handelt im eigenen Interesse.
  2. Selbstbewertung eigener Leistungen des internen und externe Personal der ZS
  3. Vertrautheit (oder Vertrauen):
    Interne und externe Personal der ZS ist gegenüber einer anderen Person zu vertraut bzw. leichtgläubig, anstatt sich um Auditnachweise zu bemühen.
  4. Einschüchterung:
    Interne und externe Personal der ZS fühlt sich offen oder verdeckt bedrängt z. B. durch die Bedrohung an eine Aufsichtsperson gemeldet zu werden.
  5. Abhängigkeitsverhältnis:
    Interne und externe Personal der ZS und Kunde gewähren sich gegenseitig „Gefälligkeitsdienste“.
  6. Finanzielle Abhängigkeit:
    Interne und externe Personal der ZS und Kunden übervorteilen sich zur Auftragserlangung ein- bzw. gegenseitig.

 

 

Die ZS ergreift sofort Maßnahmen, um auf jegliche Gefährdungen ihrer Unparteilichkeit zu reagieren, die aus den Tätigkeiten anderer Personen, Stellen oder Organisationen herrühren,

 

Die ZS verfügt über einen Prozess, um die Risiken bezüglich Interessenkonflikten, die aus der Bereitstellung der Zertifizierung entstehen, einschließlich von Konflikten, die aus ihren Beziehungen mit verbundenen Stellen entstehen, fortlaufend zu identifizieren, zu analysieren, zu evaluieren, zu behandeln, zu überwachen und zu dokumentieren.
Besteht eine Gefährdung der Unparteilichkeit, dokumentiert die ZS diese und legt dar, wie sie derartige Gefährdungen beseitigt und dokumentiert jegliches Restrisiko. Diese Darlegung umfasst alle potentiellen Gefährdungen, die identifiziert wurden, ob sie nun innerhalb der ZS selbst oder aus den Tätigkeiten anderer Personen, Stellen oder Organisationen entstanden. Wenn eine Beziehung mit einer verbundenen Stelle eine nicht akzeptable Gefährdung der Unparteilichkeit darstellt (bspw. bei einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der ZS, die von ihrer Muttergesellschaft eine Zertifizierung verlangt), dann wird diese Zertifizierung nicht bereitgestellt.

Die oberste Leitung bewertet jegliches Restrisiko, um zu ermitteln, ob dieses innerhalb eines annehmbaren Risikograds liegt. Das Verfahren zur Risikobewertung umfasst die Benennung und Konsultation von geeigneten interessierten Parteien, um zu Fragen zu beraten, die das Vertrauen in die Unparteilichkeit einschließlich Offenheit und öffentliche Wahrnehmung, betreffen. Die Konsultation geeigneter interessierter Parteien der ZS wird als ausgewogen angestrebt, ohne dass Einzelinteressen überwiegen.

 

Ursachen, die die Unparteilichkeit der ZS gefährden können sein:

  • Eigentümerschaft, Beherrschung, Leitung
  • Personal
  • gemeinsam genutzte Ressourcen
  • Finanzen
  • Verträgen
  • Schulungen
  • Vermarktung und Zahlung von Verkaufsprovisionen
  • andere Anreizen für die Empfehlung neuer Kunden

 

Interessierte Parteien können sein:

  • Personal und Kunden der ZS
  • Kunden der Organisationen, deren Managementsysteme zertifiziert wurden
  • Vertreter von Industrie- und Handelsverbänden
  • Vertreter von regelsetzenden Behörden
  • sonstige staatliche Stellen
  • Vertreter von Nichtregierungsorganisationen
  • Verbraucherorganisationen

 

Die ZS wählt zur Erfüllung der Anforderung dieses Abschnitts an die Konsultation den Einsatz eines Komitees ihrer interessierten Parteien.

 

Zertifizierung anderer ZS

Im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Unparteilichkeit zertifiziert die ZS kein QM-System einer anderen Zertifizierungsstelle

 

Beratung

Die ZS sowie Teile derselben juristischen Person und jegliche Einheit unter der Organisationskontrolle der Zertifizierungsstelle bieten keine Beratung zu Managementsystemen an oder stellen diese nicht bereit. Davon ist nicht betroffen die Möglichkeit eines Informationsaustausches (z. B. Erläuterung von Feststellungen oder Verdeutlichung von Anforderungen) zwischen der ZS und ihren Kunden.

Die ZS gliedert keine Audits an eine Beratungsorganisation für Managementsysteme aus. Dies bezieht sich nicht auf Personen, die als Auditoren von der ZS berufen wurden und mittels Auditbeauftragung unter Vertrag stehen.

Die Tätigkeiten der ZS werden nicht zusammen mit den Tätigkeiten einer Organisation, die Beratung zu Managementsystemen bereitgestellt, vertreiben oder anbieten. Die ZS ergreift Maßnahmen, um unangebrachte Verbindungen oder Aussagen durch eine Beratungsorganisation zu korrigieren, die aussagen oder stillschweigend andeuten, dass eine Zertifizierung unkomplizierter, leichter, schneller oder preiswerter wäre, wenn die ZS zum Einsatz käme. Die ZS unterbindet alles, das angibt oder stillschweigend andeutet, dass eine Zertifizierung unkomplizierter, leichter. schneller oder preiswerter wäre, wenn eine bestimmte Beratungsorganisation zum Einsatz käme.

Um sicherzustellen, dass es keinen Interessenkonflikt gibt, darf das Personal, das Beratungen zu Managementsystemen geleistet hat, einschließlich derjenigen Personen, die in leitender Position tätig sind, nicht in einem Audit oder in anderen Zertifizierungstätigkeiten eingesetzt werden, sofern sie an Managementsystem-Beratung gegenüber dem Kunden beteiligt waren. Eine anerkannte Minimierung dieser Gefährdung ist, wenn das Personal frühestens zwei Jahre nach Ende der Beratungen zum Managementsystem eingesetzt werden darf.

 

Interne Audits bei Kunden

Die ZS sowie durch jegliche Teile derselben juristischen Person führen keine internen Audits bei ihren zertifizierten Kunden durch. Daher bietet die ZS sowie Teile derselben juristischen Person und jegliche Einheit unter der Organisationskontrolle der Zertifizierungsstelle ihren zertifizierten Kunden keine internen Audits anbieten oder stellt diese nicht bereit.
Sofern durch die ZS sowie Teile derselben juristischen Person und jegliche Einheit unter der Organisationskontrolle der Zertifizierungsstelle ein internes Audit zu einem Managementsystem eines Kunden durchgeführt wurde, erfolgt eine Zertifizierung durch diese frühestens zwei Jahre nach Abschluss des internen Audits.

 

Das gesamte Zertifizierungspersonal, sowohl das interne als auch das externe, bzw. die Ausschüsse, die Einfluss auf die Zertifizierungstätigkeiten haben könnten, sind verpflichtet, unparteilich zu handeln und dürfen nicht zulassen, dass kommerzieller, finanzieller oder sonstiger Druck die Unparteilichkeit gefährdet.

Die ZS verlangt sowohl vom internen als auch vom externen Personal, jede ihnen bekannte Situation offen zu legen, die es selbst oder die ZS vor Interessenkonflikte stellen könnte. Die ZS zeichnet diese Informationen als Vorgabe auf und verwendet diese, um Gefährdungen bezüglich der Unparteilichkeit zu identifizieren, die durch die Tätigkeiten des jeweiligen Personals oder der Organisationen, die dieses Personal beschäftigt haben, entstehen. Sie darf dieses Personal, sowohl internes als auch externes, nicht einsetzen, es sei denn, sie kann darlegen, dass es keinen Interessenkonflikt gibt.

 

Freiburg, 10.12.2018 Leitung der Zertifizierungsstelle
der Technischen Überwachungsgemeinschaft TÜg GmbH

 

  Geschäftsführung

der Technischen Überwachungsgemeinschaft TÜg GmbH